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Forschung zum Klimawandel: Mit Satelliten gegen Tauwetter

Klimawandel Studie der NASA Professur TU Dresden
So schön und so bedroht! Damit Antarktis-Bewohner wie Pinguine eine Zukunft haben, haben sich auch Forscher der TU Dresden an der Studie beteiligt.

Worum geht’s? TU Dresden, Klimawandel, NASA, Bergakademie Freiberg

Satellitenmessungen zeigen die Folgen des Klimawandels. An der aktuellen Studie zur Eisschmelze in der Antarktis ist auch ein Professur der TU Dresden beteiligt.  

Like ice in the sunshine

In der Antarktis herrscht seit Längerem Tauwetter, eine aktuelle Studie unter Beteiligung von Prof. Martin Horwath von der Professur für Geodätische Erdsystemforschung der TU Dresden zeigt, wie gravierend der Masseverlust tatsächlich ist und welche Folgen das hat. Gemäß Dr. Ivins, einem der leitenden Autoren vom NASA Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien), handelt es sich bei der vorgelegten Studie um den bisher zuverlässigsten Forschungsbericht zu dieser Problematik.

Die Genauigkeit der Ergebnisse verdanken die Forscher der Verwendung von Satellitenmessungen. Über 25 Jahre wurden Daten aus fünf aufeinanderfolgenden Missionen gesammelt und ausgewertet. In den Ergebnissen werden die fatalen Auswirkungen des Klimawandels auf das antarktische Eis sichtbar: Schmolzen in den 1990er Jahren noch 53 Gigatonnen pro Jahr, so waren es in den letzten fünf Jahren 159 Gigatonnen jährlich. Eine Gigatonne entspricht einer Masse von einem Kubikkilometer Wasser. Demnach schmelzen zur Zeit 159 Kubikkilometer Eis, was den Meeresspiegel im globalen Mittel um 0,5 Millimeter ansteigen lässt. Frostige Aussichten für die nächsten Jahre.

Schwamm drüber!

Wer hätte gedacht, dass Meeresschwämme aggressiv gegen Krebse sein könnten? Gemeint sind jedoch nicht die kleinen gepanzerten Meeresbewohner, sondern Tumorzellen der menschlichen Nebenniere. Eine Forscherkooperation von der TU Bergakademie Freiberg und dem Universitätsklinikum Dresden fand im Goldschwamm (Aplysina aerophoba) einen potenziellen Wirkstoff gegen Nebennierentumore, für die es bisher noch keine angemessene Therapieform gibt.

Der Leiter der Forschungsgruppe „Biomineralogy and Extreme Biomimetics“ am Institut für Experimentelle Physik, Prof. Dr. Hermann Ehrlich, sagte zu der Entdeckung: „Das Forscherteam möchte auf diesen Ergebnissen aufbauen und die Wirkungsweise des Schwammwirkstoffs im lebenden Organismus studieren. Ziel ist es, nicht nur aus dem gezüchteten Schwamm Wirkstoffe zu extrahieren und krebsbekämpfende Medikamente zu entwickeln, sondern sämtliche Meeresschwämme hinsichtlich ihrer Heilungskraft zu kultivieren.“

Das fachübergreifende Team aus Wissenschaftlern erwartet aus der weiteren Untersuchung der maritimen Artenvielfalt die Entdeckung neuer Medikamente oder industriell nutzbarer Enzyme sowie die langfristige Entstehung neuer Arbeitsplätze in angrenzenden Bereichen. Es bleibt abzuwarten, was noch so alles im Schwamm steckt.

Text: Madeleine Brühl
Foto: Digital Designer/Pixabay

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